Inobhutnahme für Kinder in massiven Krisensituationen mit Selbst- und Fremdgefährdung

Für Kinder die sich in massiven Krisensituationen mit Selbst- und Fremdgefährdung befinden besteht in Berlin, seit Sommer 2012 nun die Möglichkeit einer Krisenintervention in einer Heimeinrichtung. Bis zu sieben Minderjährige können übergangsweise für maximal drei Monate dort intensiv, nach dem Konzept „Menschen statt Mauern“, betreut werden. Im Vordergrund stehen hier Schutz und Struktur für teilweise schwer traumatisierte Kinder, die mitunter zu kriminellen Handlungen verleitet wurden.

Hintergrund der Errichtung dieser Heimplätze war es strafunmündige drogendealende Kinder, die sich immer wieder diversen Einrichtungen und damit Hilfeangeboten entzogen haben.

Der Senat beauftragte die Jugendförderung Berlin gGmbH, einen Zusammenschluss des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerkes (EJF) sowie der Stiftung zur Förderung sozialer Dienste (FSD-Stiftung), mit der Entwicklung eines Konzeptes. Die Jugendsenatorin Sandra Scheeres stellte die Einrichtung in Tegel im Sommer 2012 vor.

Laut Jugendförderung gibt es bis zu zehn Fälle pro Jahr in Berlin, in denen es notwendig ist, Kinder in dieser Einrichtung unterzubringen. Zuvor müssen das Jugendamt und ein Familiengericht die Maßnahme anordnen. Die Krisen- und Clearingeinrichtung soll auch zukünftig eine schnelle Krisenaufnahme ermöglichen. Der Aufenthalt in der Krisen- und Clearingeinrichtung soll nur solange andauern, bis eine Anschlussunterbringung innerhalb eines vereinbarten Netzwerks, in und um Berlin, gefunden wurde.